04.06.2018, von Michael Kuczora

5 Jahre danach

Zu dieser Zeit vor 5 Jahren befand sich Mitteldeutschland im Ausnahmezustand. Starke Regenfälle im Einzugsgebiet von Elbe und Saale ließen die Pegel innerhalb kürzester Zeit enorm steigen und sorgten nach 2002 für ein neues Rekordhochwasser. Der Ortsverband Calbe blickt auf spannende und arbeitsreiche Einsatzwochen zurück.

Es war im Mai 2013 als die Pegel von Elbe und Saale, sowie die jeweiligen Zuflüsse in Tschechien, Sachsen und Thüringen steigende und vielerorts rekordverdächtige Pegel meldeten. Als die ersten Städte und Gemeinden zeigten welches Ausmaß dort auf dem Weg ist, sprach man bereits von einer neuen Jahrhunderflut. Auch für den Ortsverband Calbe war klar, dass einsatzreiche Wochen bevorstünden, da die Saalestadt unweit der Elb-Saale-Mündung gleich beide "Problemflüsse" quasi "vor der Haustür" hatte. Wie auch im Augusthochwasser 2002 war die Liegenschaft in Calbe Anlaufstelle für zahlreiche unterstützende THW-Ortsverbände aus dem ganzen Bundesgebiet. So waren beispielsweise Helfer aus Halberstadt, Berlin, Braunschweig, Korbach, Salzwedel und noch einigen weiteren Städten in und um Calbe im Einsatz, um den Wassermassen Herr zu werden und die Katastrophe möglichst gut einzudämmen. Gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren, Gemeinden und unzähligen Freiwilligen wurden Sandsäcke verbaut, Deiche gesichert, Wasser gepumpt und mit Notstrom versorgt.

Für den Ortsverband Calbe dauerte der damalige Einsatz ganze 26 Tage. Keine Selbstverständlichkeit, wo doch auch beim THW die Mitarbeit im Katastrophenschutz, wie auch bei den Freiwilligen Feuerwehren rein ehrenamtlich passiert. Somit galt ein großer Dank bereits während des Einsatzes schon den Arbeitgebern, welche ihre Mitarbeiter für die Einsatzzeit zur Unterstützung freistellten. Die Aufgaben speziell für den OV Calbe waren damals die diversen Pumpstellen an verschiedenen Orten. So waren Großpumpen in Monplaisir, Werkleitz, Trabitz und gemeinsam mit einem großen Notstromaggregat auch in Gottesgnaden aufgebaut. Der damalige Fachberater des THW Calbe und heutige Ortsbeauftragte, Christoph Weigelt, rechnet die damals geleistete Pumpleistung auf etwa 155 Kubikmeter Wasser pro Minute, was fast 1000 vollen Badewannen entspricht. Eine weitere Zahl kommt aus der geleisteten Notstromversorgung: mit den 3 eingesetzten großen Aggregaten produzierte das THW alleine an den Einsatzstellen im Raum Calbe und Barby um die 80.000 kWh, was einem ungefähren Jahresverbrauch von 26 Einfamilienhäusern entspricht. 

Gemeinsam mit dem Ortsverband Calbe waren in den damaligen 4 Wochen THW-Einsatzkräfte aus 64 Orten im Salzlandkreis im Einsatz. Auch heute ist die besonders Gute Zusammenarbeit zwischen dem THW und den ortsansässigen Feuerwehren und den Gemeinden in Erinnerung geblieben. Speziell solche Großschadenslagen zeigten die Notwendigkeit des ehrenamtlichen Katastrophenschutzes und den Zusammenhalt in der Bevölkerung, denn neben den Einsatzkräften kamen auch Freiwillige beispielsweise aus Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und zahlreichen anderen Regionen nach Mitteldeutschland und in den Salzlandkreis um die Bevölkerung hier zu unterstützen.

Da man auch 5 Jahre später stets auf Neues vorbereitet sein muss, übt der OV Calbe auch weiterhin für den Ernstfall, denn: Nach dem Hochwasser, ist vor dem Hochwasser! Im vergangenen Jahr beispielsweise war der Ortsverband Calbe auch im Harz im Einsatz, wo sich zeigte wie schnell es zu einer solchen Notlage kommen kann. Wie die meisten Feuerwehren in der Umgebung, sucht auch der Ortsverband Calbe händeringend Nachwuchs und Unterstützung, um auch in Zukunft für diese und andere großen Aufgaben gewappnet zu sein. Zeigen Sie Engagement und unterstützen Sie mit Ihrer Mitarbeit in der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr oder beim Technischen Hilfswerk, um auch in zukünftigen Katastrophen helfen zu können und vorbereitet zu sein. Dafür können Sie jederzeit Kontakt zu uns aufnehmen oder kommen zu unseren Dienstzeiten um sich mit uns über die Arbeit im THW zu unterhalten. Mit Ihrer Unterstützung kann die Einsatzfähigkeit des Katastrophenschutzes in Ihrer Umgebung gesichert werden.

(Text: M.Kuczora / OV Calbe, Bilder: Siehe Bildunterschriften)


  • Gemeinsam mit der Feuerwehr Tornitz/Werkleitz wurde das Wasser aus dem Dorf gepumpt um ein weiteres Ansteigen zu verhindern. (M.Kuczora / OV Calbe)

  • Ortsausgang Werkleitz (M.Kuczora / OV Calbe)

  • Auch die Fährstraße war weitgehend überschwemmt. (M.Kuczora / OV Calbe)

  • Am 45er Damm nahe Monplaisir musste in einer nächtlichen Alarmierung der Damm mit Sandsäcken gesichert werden. Der OV Calbe leuchtete den Einsatz der Feuerwehr, Bundeswehr und zahlreichen Freiwilligen aus. (M.Kuczora / OV Calbe)

  • Auch in Gottesgnaden wurden Pumpen betrieben. Die Stromversorgung erfolgte über ein Notstromaggregat des OV Calbe. (M.Kuczora / OV Calbe)

  • In Barby pumpten mehrere Ortsverbände am Colphus um den Abfluss zu erleichtern. Die Ergebnisse folgten prompt. (OV Salzwedel)

  • Die Otto-Beckmann-Str. am Colphus wurde zum Lager mehrerer THW Ortsverbände. (B.Kuczora / OV Calbe)

  • Tag und Nacht liefen die Pumpen. (OV Salzwedel)

  • Tag und Nacht liefen die Pumpen. (OV Salzwedel)

  • Das Depot der Freiwilligen Feuerwehr Barby war ebenfalls direkt betroffen. (OV Salzwedel)

  • Auch zahlreiche Wohngebiete in Barby standen im Wasser. (OV Salzwedel)

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